Der Schleiper Hammer ist der Lieblingsplatz von Peter Heins. In dem über 200 Jahre alten Gebäude befindet sich ein kompletter Schmiedebetrieb mit über 100 Jahre alten Federhämmern. Dazu gesellen sich eine Exzenterpresse von 1850, Werkzeugmaschinen und Drehbänke aus den Jahren um 1935. „Man ist erstaunt, mit welcher Präzision dieser alte Maschinenpark arbeitet. Die Gedanken gehen in die Zeit unserer Vorfahren“, sagt Peter Heins. Die Woche hatte 6 Arbeitstage. Voraussetzung: zum Antrieb der Maschinen war genügend Wasserkraft vorhanden (bis 1915 – dann wurde elektrifiziert). Während der Stillstandzeiten ging man nach Hause und arbeitete im Garten, kümmerte sich um Nutztiere solange, bis wieder Wasser vorhanden war. Die Maschinen erzählen aber auch von weiteren Arbeitsbedingungen: kraftvoller Körpereinsatz ist erforderlich, dazu kommt ein hoher Lärmpegel, Strahlungshitze am Schmiedefeuer – sonst niedrige Umgebungstemperaturen, schlechte Luft. Die Folgen: rheumatische Erkrankungen, Gehörschäden, Knochenbrüche. Trotzdem erlernten die Männer die hohe Kunst der „Breitewarenherstellung“. Das ist eine Sammelbezeichnung von Schmiedeerzeugnissen wie Schüppen, Spaten, Hacken und Gabeln. Die Reidemeister kümmerten sich um Aufträge, während die Schmiedemeister für die hohe Qualität der Produkte zu sorgen hatten. „Ich denke mit Hochachtung an die Leistungen unserer Ahnen, freue mich aber, dass in der heutigen Arbeitswelt wesentlich bessere Bedingungen vorhanden sind, die die Metallverarbeitung erheblich erleichtern“, erklärt Peter Heins. Im Außenbereich des Hammerwerkes gibt es eine Teichanlage, deren Wasser per Turbine und Generator in elektrische Energie umgewandelt wird. Gemütliche Sitzgruppen laden zum Verweilen und Picknick ein. Wandermöglichkeiten sind ebenfalls gegeben.

Weitere Informationen zum Schleiper Hammer:
Adresse: Schleipe 3, 58566 Kierspe

Öffnungszeiten:
April – Oktober, Jeden 1. Mittwoch im Monat von 10:00 – 15:00 Uhr

Schautage mit Vorführungen:
Mühlentag (Pfingstmontag)
Tag des offenen Denkmals

Lage am Wanderweg “VolmeSchatz – Industriekultur”