Einer meiner Lieblingsplätze in Schalksmühle ist der Innenraum der Sankt-Thomas-Morus-Kirche. Diese Kirche ist die Kirche meiner Kindheit. Hier traf man sich jeden Sonntag zum Gottesdienst, zum Singen und Beten, zum Empfang der Heiligen Kommunion und zum anschließenden Gespräch auf dem Kirchplatz. Wenn wir Katholiken in Schalksmühle auch immer nur eine Minderheit darstellten –  wir leben sozusagen in der Diaspora – so war dieser Kirchenraum in meiner Erinnerung doch immer ganz gefüllt mit Gläubigen. Er war der religiöse Mittelpunkt einer Gemeinde, die bis 1956 auf eine eigene Kirche warten musste. Erst als viele Flüchtlinge und Vertriebene hier eine neue Heimat fanden, nahm man den Bau dieser Kirche mit viel Eigeninitiative in Angriff. Manches hat sich geändert seit meiner Kindheit. So erhielt die Decke des Kirchenraumes bei der Renovierung Anfang der 80er Jahre eine lichte blaue Farbigkeit in vielen Abstufungen und der Künstler Egon Stratmann fügte an der Rückwand des Altarraumes ein zum Gewölbe aufsteigendes grafisches Ornament aus stilisierten Knospen hinzu, Sinnbild für Kraft, Leben und Dynamik.